11 Tipps für angehende Romanautor*innen: So gelingt dir der Einstieg ins Schreiben
- Josephine Katharina Groß
- 21. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Jede*r Bestseller-Autor*in hat einmal ganz am Anfang gestanden: vor einem leeren Blatt Papier, mit tausend Ideen im Kopf – oder gar keiner. Der Einstieg ins Romanschreiben mag einschüchternd wirken, aber das Wichtigste ist: Fang einfach an. Als noch relativ junge Autorin, die inzwischen zehn Bücher veröffentlicht hat, möchte ich heute meine wichtigsten Tipps mit dir teilen, damit du deinem Traum vom Schreiben ein großes Stück näher kommst.
1. Starte klein, aber starte überhaupt
Egal, wie groß deine Vision ist – der erste Schritt zählt. Viele Einsteiger*innen scheuen sich vor dem Schreiben, weil sie denken, sie müssten von Anfang an alles perfekt machen. Mein Tipp: Fang mit kleinen Etappen an. Schreibe Kurzgeschichten, entwickle Szenen oder experimentiere mit Dialogen. Du musst nicht gleich den perfekten Roman im Kopf haben – das Schreiben selbst zeigt dir den Weg.
2. Nutze Inspiration aus deinem Alltag
Die besten Ideen liegen oft direkt vor dir. Beobachte deine Umgebung, höre Menschen zu und stelle dir Geschichten vor, die hinter den Dingen stecken. Was ist die Geschichte des älteren Mannes, der jeden Tag am Café sitzt? Oder der Nachbarin, die immer spätabends nach Hause kommt? Nimm Notizen von allem, was dich inspiriert – ein Satz, ein Bild oder ein Gefühl kann der Anfang eines großartigen Romans sein.
3. Probiere die „Was-wäre-wenn“-Methode aus
Wenn du das Gefühl hast, keine Ideen zu haben, ist diese Technik ein echter Gamechanger. Überlege dir verrückte, spannende oder emotionale Szenarien. Was wäre, wenn deine Hauptfigur eines Tages eine Nachricht aus der Zukunft erhält? Oder wenn sie plötzlich in einem fremden Land aufwacht, ohne zu wissen, wie sie dorthin kam? Solche Gedankenspiele regen deine Fantasie an und bringen oft überraschende Ergebnisse.
4. Schreibe Figuren, die Leser*innen nicht vergessen können
Starke Geschichten leben von lebendigen Figuren. Deine Leser*innen müssen die Charaktere fühlen, mit ihnen leiden, lachen und hoffen können. Nimm dir Zeit, um deine Figuren kennenzulernen: Was sind ihre Ziele, Ängste, Macken und Geheimnisse? Schreib eine kurze Biografie für sie – selbst Details, die nie im Roman auftauchen, machen sie für dich greifbarer und authentischer.
5. Mach dir den Konflikt zum Verbündeten
Ohne Konflikt bleibt jede Geschichte flach. Deine Hauptfigur braucht Herausforderungen, um zu wachsen und die Geschichte voranzutreiben. Überlege dir: Was will deine Figur? Und was stellt sich ihr in den Weg? Konflikte – egal ob äußerlich (z. B. ein gefährlicher Gegner) oder innerlich (z. B. Selbstzweifel) – sorgen für Spannung und emotionale Tiefe.
6. Entwickle eine Schreibroutine
Große Projekte wie ein Roman gelingen selten in einem Rutsch. Setze dir deshalb feste Schreibzeiten – selbst 15 Minuten am Tag können einen Unterschied machen. Finde heraus, wann und wo du am besten schreiben kannst: Morgens mit einer Tasse Kaffee? Oder abends, wenn alles ruhig ist? Regelmäßiges Schreiben hilft dir, in den Fluss zu kommen und dranzubleiben.
7. Finde Gleichgesinnte
Schreiben kann manchmal einsam sein, aber du bist nicht allein. Suche dir eine Schreibgruppe, online oder vor Ort, in der du dich austauschen kannst. Andere Schreibende verstehen, was du durchmachst, und können dir wertvolles Feedback geben. Außerdem hilft der Austausch oft, motiviert zu bleiben – besonders, wenn es mal schwerfällt.
8. Erlaube dir schlechte Entwürfe
Es gibt ein Geheimnis, das dir jede*r erfahrene Autor*in verraten wird: Der erste Entwurf muss nicht gut sein. Er muss einfach nur existieren. Lass dich nicht von deinem inneren Kritiker blockieren – das Überarbeiten kommt später. Schreibe einfach drauflos und lass die Geschichte entstehen, ohne sie ständig zu bewerten.
9. Halte durch, auch wenn es schwierig wird
Schreiben ist ein Marathon, kein Sprint. Es wird Tage geben, an denen du an dir zweifelst oder das Gefühl hast, nicht voranzukommen. Das ist normal. Wichtig ist, dass du trotzdem weitermachst. Jeder Satz, den du schreibst, bringt dich deinem Ziel ein Stück näher.
10. Vermeide Perfektionismus beim ersten Entwurf
Zu oft bleiben Romane ungeschrieben, weil die Autor*innen schon während des Schreibens alles perfektionieren wollen. Tu dir einen Gefallen und lass das bleiben ;-). Es ist okay, wenn ein Satz holprig klingt oder ein Kapitel nicht perfekt ist. Das Schreiben ist ein Prozess – und die Magie geschieht oft beim Überarbeiten.
11. Vergiss nicht: Schreiben macht Spaß
Bei all den Tipps, Routinen und Herausforderungen darfst du das Wichtigste nicht vergessen: Schreiben sollte dir Freude bereiten. Es ist deine Geschichte, dein kreativer Ausdruck. Erlaube dir, diesen Prozess zu genießen und stolz auf jeden Schritt zu sein, den du machst. :-)
Fazit: Dein Roman beginnt mit dir
Der Einstieg ins Romanschreiben mag überwältigend wirken, aber es ist ein Abenteuer, das sich lohnt. Wirklich, nach 10 Veröffentlichungen weiß ich, wovon ich spreche. Bücher schreiben macht süchtig! :-)
Aber egal, ob du eine Kurzgeschichte schreibst oder den ersten Entwurf deines Romans: Jeder Satz bringt dich deinem Ziel näher. Bleib dran, hab Geduld mit dir selbst – und vor allem: Hab Spaß am Schreiben. Deine Geschichte wartet darauf, erzählt zu werden!
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