Plotten oder Drauflosschreiben? Meine besten Tipps für beide Ansätze
- Josephine Katharina Groß
- 24. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Egal ob du ein erfahrener Autor oder eine angehende Autorin bist, früher oder später wirst du dich fragen: Wie gehe ich an meinen Roman heran? Plane ich alles bis ins kleinste Detail oder lasse ich meiner Kreativität freien Lauf und schaue, wohin die Reise geht? Beide Ansätze – Plotten und Drauflosschreiben – haben ihre Vor- und Nachteile. In diesem Blogpost zeige ich dir, wie beide Methoden funktionieren, welche für dich geeignet sein könnte und wie du das Beste aus ihnen herausholen kannst.
Was bedeutet Plotten?
Beim Plotten erstellst du einen detaillierten Plan für deine Geschichte, bevor du mit dem Schreiben beginnst. Du weißt genau, wie die Handlung verläuft, welche Wendungen es geben wird und wie sich deine Figuren entwickeln. Manche Plotter*innen gehen sogar so weit, jede Szene im Voraus zu skizzieren.
Vorteile des Plottens
Du hast den Überblick: Mit einem detaillierten Plan weißt du immer, was als Nächstes kommt. Schreibblockaden können so oft vermieden werden.
Kohärente Handlung: Plotten hilft, Logikfehler und lose Enden zu vermeiden, weil du die Struktur deiner Geschichte von Anfang an durchdenkst.
Effizientes Schreiben: Wenn du weißt, wohin die Geschichte geht, schreibst du oft schneller und fokussierter.
Nachteile des Plottens
Weniger Flexibilität: Manchmal kann ein zu starrer Plan deine Kreativität einschränken, besonders wenn sich die Figuren während des Schreibens anders entwickeln, als du es geplant hast.
Zeitaufwändig: Das Plotten erfordert viel Vorbereitung, bevor du überhaupt mit dem eigentlichen Schreiben beginnst.
Für wen eignet sich Plotten?
Plotten ist ideal für Autor*innen, die gerne strukturiert arbeiten und sich mit einem klaren Fahrplan sicherer fühlen. Es ist besonders nützlich für komplexe Geschichten mit vielen Figuren oder Handlungssträngen, z. B. Fantasy- oder Kriminalromane.
Was bedeutet Drauflosschreiben?
Drauflosschreiben – oder „Pantsing“ – bedeutet, dass du ohne festen Plan beginnst. Du entwickelst die Geschichte, während du schreibst, und lässt dich von deinen Figuren und Ideen leiten.
Vorteile des Drauflosschreibens
Kreative Freiheit: Du kannst spontan Wendungen einbauen oder Figuren anders handeln lassen, ohne an einen starren Plan gebunden zu sein.
Spaß und Überraschung: Weil du nicht weißt, was als Nächstes passiert, ist der Schreibprozess oft aufregender und lebendiger.
Schneller Start: Ohne Plan kannst du sofort loslegen, wenn dich eine Idee begeistert.
Nachteile des Drauflosschreibens
Gefahr von Schreibblockaden: Ohne klare Richtung kann es passieren, dass du feststeckst oder dich in der Handlung verhedderst.
Zeitintensive Überarbeitung: Da du die Struktur erst beim Schreiben entwickelst, musst du eventuell viel Zeit in die Überarbeitung investieren, um Logikfehler auszubügeln.
Für wen eignet sich Drauflosschreiben?
Drauflosschreiben ist perfekt für kreative Köpfe, die sich nicht gerne an strikte Pläne halten. Es eignet sich besonders für kürzere Geschichten oder Projekte, bei denen der Prozess des Entdeckens im Vordergrund steht.
Die Mischung macht’s: Plotter oder Pantser? Wie wäre es mit einem Plantser?
Die Wahrheit ist: Die meisten Autor*innen nutzen eine Kombination aus beiden Ansätzen, auch als „Plantser“ bezeichnet. Du kannst zum Beispiel einen groben Plan erstellen, der dir die Richtung vorgibt, und dabei genug Raum lassen, um dich beim Schreiben kreativ auszutoben.
So kombinierst du beide Ansätze:
Erstelle einen groben Fahrplan: Skizziere die wichtigsten Punkte deiner Geschichte – Anfang, Wendepunkte, Konflikte und Ende. Das gibt dir Orientierung, ohne dich zu sehr einzuschränken.
Arbeite mit einem Kapitelplan: Überlege dir, was in jedem Kapitel passieren soll, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Lass dich von deinen Figuren leiten: Auch wenn du geplottet hast, höre beim Schreiben auf deine Figuren. Manchmal entwickeln sie sich anders, als du es geplant hast – und das ist oft etwas Gutes!
Mein persönlicher Ansatz: Zwischen Struktur und Freiheit
Ich persönlich habe beides ausprobiert – und für mich funktioniert eine Mischung aus beidem am besten. Ich erstelle gerne eine grobe Outline mit den wichtigsten Wendepunkten und überlege mir, wie meine Figuren sich entwickeln sollen. Die Details lasse ich dann beim Schreiben entstehen.
Ein Beispiel: Für mein letztes Buch hatte ich ein klares Bild davon, wie die Geschichte endet. Doch während des Schreibens haben mich meine Figuren überrascht, und plötzlich hatte die Handlung ganz neue Wendungen, die ich nie geplant hatte – und die am Ende die Geschichte noch besser gemacht haben.
Fazit: Finde deinen eigenen Weg
Es gibt keinen richtigen oder falschen Ansatz – nur den, der für dich funktioniert. Wenn du dich sicherer fühlst, mit einem Plan zu arbeiten, dann plotte deine Geschichte. Wenn du dagegen lieber spontan schreibst, ist Drauflosschreiben genau das Richtige für dich. Und wenn du unsicher bist, probiere einfach beides aus und finde deinen persönlichen Mix.
Am Ende zählt nur eines: Schreibe. Denn egal, ob du plottest oder „pantsest“ – dein Buch entsteht nicht in deinem Kopf, sondern auf der Seite.
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